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Artikel Tagged ‘LVZ’

LVZ-Leser-Prosa

2. Januar 2012 Keine Kommentare

Wurde ja mal Zeit, dass jemand den Unsinn in den LVZ Kommentaren sammelt: lvzstammtisch.tumblr.com

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Emendörfer statt Birgel in der LVZ

17. Dezember 2011 Keine Kommentare

Huch. Der neue LVZ Chefredakteur wird also doch nicht Dirk Birgel sondern Jan Emendörfer, wie die LVZ höchstselbst bekannt gibt. Über den ist bei Wikipedia zu lesen

Jan Emendörfer ist der Sohn des deutschen Kommunisten, Widerstandskämpfers gegen den Nationalsozialismus und Redakteurs Max Emendörfer (1911–1974) und dessen Frau Gertrud. [..] An der Leipziger Fachschule für Journalistik studierte er von 1986 bis 1989 im Fernstudium. 1990 ging er als Redakteur zu Ostsee-Zeitung in Rostock. Dort leitete er das Ressort Wirtschaft und übernahm 1997 das Ressort Reportage.[1] Im selben Jahr veröffentlichte er unter dem Titel Verfemt – Mein Vater Max Emendörfer die Biografie seines Vaters. Sie erschien 2004 in zweiter Auflage.

Klingt besser als die andere Personalie.

Wer schreibt denn dann die Polizeimeldungen ab?

29. November 2011 Keine Kommentare

Die LVZ ist in Bewegung. Nicht nur, dass der ehemalige Chef Bernd Hilder (wir erinnern uns: Vorsit zender des Presserats) seinen angestrebten Job beim affärenverseuchten MDR nicht bekommen hat, jetzt wird er auch bei der LVZ zu einem Korrepondentenposten nach Brüssel weggelobt. Als Nachfolger ist Dirk Birgel von den Dresdner Neusten Nachrichten (DNN) im Gespräch. Der twittert, ist FDP-Fan und spricht beim Deutschlandfunk ab und zu einen Kommentar – mal über die Frauenquote, mal über Vorratsdatenspeicherung.

Das ist das eine. Das andere ist, dass LVZ-Eigentümerin Madsack offensichtlich den ein oder anderen Euro einsparen will. Das berichten taz und andere. Über 50 Stellen sollen bei der LVZ gestrichen werden, davon 30 in der Redaktion. Betroffen ist allerdings wohl hauptsächlich der Teil der Redaktion, der für den überregionalen Teil verantwortlich ist. Dass diese Teile der knapp 20 Madsack-Zeitungen werden in Zukunft also noch ähnlicher.

[..] Themen aus der Region mit überregionaler Relevanz würden auch künftig in Leipzig erarbeitet. Kritiker sehen in dem Konzept einen Verlust für die Meinungsvielfalt, da so in vielen Zeitungen identische oder sehr ähnliche Artikel stünden. (Quelle: taz)

Da die taz den Lokalteil der LVZ nicht kennt, erschließt ihr leider nicht, dass weniger LVZ durchaus auch mehr Qualität bedeuten kann. Und die Polizeipressemitteilungen können ja in Zukunft auch Bots oder Roboterjournalisten abschreiben.

Die LVZ und die Pipeline. Eine Liebesgeschichte.

7. Oktober 2011 8 Kommentare

Von der Ostseeküste bis zur Tschechischen Grenze bastelt das Unternehmen Wingas, an dem das berüchtigte Russische Staatsunternehmen Gazprom 50% der Anteile hält, an einer Ergaspipeline mit dem Namen OPAL. Das Projekt ist (das geht wohl fast allen Großprojekten seit S21 so) nicht unumstritten. Umwelt- und Naturschutzverbände haben neben Bauern und Anwohnern Bedenken angemeldet oder Ablehnung signalisiert. In Sachsen kommt hinzu, dass die Pipeline durch für Windräder ausgewiesenes Gelände (sogenannte Windparks) führen soll. Deren Eigentümer sollen auf Antrag von Wingas (mit Entschädigung) enteignet werden. Das ist vor allem für die betroffenen Kommunen schwierig, die einen übergroßen Teil ihrer Gewerbesteuereinnahmen aus eben jenen Windparks schöpfen, die dann womöglich dicht machen müssten. Lange Rede, kurzer Sinn: Was man jetzt von der Pipeline und den Einwänden gegen diese halten soll, ist das eine. Spannend wird’s, wenn man sich anschaut, wie auffällig zurückhaltend in der sächsischen Presselandschaft über das von Gerhard Schröder protegierte Großprojekt berichtet wird.

Die LVZ jedenfalls berichtet auf ihrer Website bereits seit längerem über die Pipeline. Wobei berichten hier eigentlich das falsche Wort ist, es handelt sich nämlich schlichtweg um Werbebeiträge. Diese befinden sich gesammelt in einer eigenen Rubrik auf der LVZ-Website wieder, der eher schlecht als recht (Screenshot, 7.10.11, 14:47 Uhr) als reines Werbeangebot gekennzeichnet ist.

Die neuesten Beiträge tauchen jedoch auch auf der Startseite von LVZ-Online auf und sind dort gänzlich und ohne Abweichung in das Seitenlayout eingebettet. Lediglich ein kleiner roter Schriftzug “Werbespecials” deutet darauf hin, dass es sich hier nicht mehr um ein Redaktionelles Angebot handelt.


LVZ Online. Screenshot, 7.10.11, 14:50 Uhr

Wingas scheint sich Werbetechnisch sehr ins Zeug zu legen, was nicht nur anhand der Vielzahl der Beiträge sondern auch durch extra produzierte Fotostrecken und Videos deutlich wird. Diese Videos sind nicht nur über den “Werbespecials”-Bereich von LVZ Online aufzurufen sondern auch über das normale Videoportal. Dort fehlt jegliche Kennzeichnung, dass es sich um Werbung und nicht um ein Redaktionelles Angebot handelt. (Screenshot, 7.10.11, 15:11 Uhr) Spätestens hier handelt es sich um einen eindeutigen Verstoß gegen die Presseratsrichtlinie 7 (“Trennung von Werbung und Redaktion”). Hinzu kommt, dass auch im Werbereich selbst dpa Meldungen mit Werbetexten vermischt sind. Das Trennungsgebot wird nicht zuletzt dadurch erneut unterlaufen.

Das alles ist zumindest eine mögliche Erklärung, warum sich in der LVZ und ihren zahlreichen Lokalablegern und Klonprodukten kaum ein kritisches Wort zur Pipeline finden lässt.

Wer sich darüber beschweren will, darf sich übrigens an den Deutschen Presserat wenden. Bester Ansprechpartner dort ist dessen Vorsitzender – der LVZ-Chefredakteur Bernd Hilder.

Ziffer 7 – Trennung von Werbung und Redaktion

Jeden Monat wieder: Kontrollbereich

9. August 2011 Keine Kommentare

Auch gestern (am Dienstag) hat es die Polizei mal wieder als nötig erachtet, wie bereits im Juni und Juli, die ganze Stadt mit Absegnung des sächsischen Innenministeriums zum Kontrollbereich zu machen. Doof für die LVZ und insbesondere Lokalredakteur Frank Döring, der regelmäßig als Bauchrednerpuppe der Leipziger Polizei auffällt, dass es bis zum Redaktionsschluss noch keine bejubelbaren Ergebnisse gab. Also muss die LVZ sich an die letzten beiden Großeinsätze halten: “Im Ergebnis der beiden Razzien wurden mehr als 100 Strafverfahren eröffnet”, schreibt Döring. “Mehr als 100” entsprechen übrigens exakt 102.

Unkenntlichmachung alá LVZ

14. Juli 2011 Keine Kommentare


Handelt es sich bei diesem Mann möglicherweise um Bernd H., Chefredakteur der LVZ? Die Unkenntlichmachung alá LVZ verunmöglicht eindeutige Aussagen.

LVZ Online berichtet über einen neu angelegten Großeinsatz der Leipziger Polizei. (Junkies und so, wir erinnern uns) Natürlich gibt’s auch eine Fotostrecke, auf der Polizeikontrollen (inklusive der Kontrollierten) an einem “bekannten Treffpunkt von Drogenabhängigen”, wie es in der Bildunterschrift heißt, zu sehen sind. Nicht schon ärgerlich genug, dass die Zeitung damit auch nahelegt, die abgebildeten kontrollierten Menschen wären selbst Ticker/User/Abhängige, vor allem bei der Unkenntlichmachung der so abgebildeten Menschen ist die LVZ mehr als nachlässig. Wer die Leute kennt oder ihnen mal persönlich über den Weg läuft, wird sie nämlich sicherlich erkennen.

Das einzige Lebewesen, das in der Fotostrecke übrigens mit einem schwarzen Balken bedacht worden ist, ist ein Hund:

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Ihh, das will ich nicht

6. Mai 2011 3 Kommentare

Mal wieder Veggie-Day in der Uni. Ich war zwar diesmal nicht da, aber witzig ist das schon. Nörgeln wird’s wie das letzte mal auch in der Mensa gegeben haben, aber diesmal sogar organisiert direkt davor:

Die Mitglieder des Fachschaftsrates Jura wollten sich nicht vom Studentenwerk vorschreiben lassen, was sie essen. Deshalb versorgten sie fleischhungrige Studenten vor der Mensa mit Würstchen.

„Wir wollen uns bei unserem Mittagessen nicht bevormunden lassen“, begründet Anna Zeiler vom Fachschaftsrat Jura die Aktion. Mit dem großen Grill direkt vor der Mensa wolle die Fachschaft ein Zeichen setzen, sagt Zeiler, auch wenn dieser Protest eine gewisse Portion Ironie beinhalte. „Unsere Aktion ist nicht bierernst gemeint“, sagte sie. 1.000 Würstchen haben die Fachschaftsmitglieder eingekauft. Doch die Resonanz fiel wider Erwarten verhalten aus. Mehr als die Hälfte blieb am Ende übrig.
(LVZ)

Wer sich nicht vorschreiben lassen will, was auf den Teller kommt, sollte einfach nicht in die Mensa gehen. Ich hab auch keine Lust auf Nudeln, Pilze, Spinat und ständig: Tomatensoße hier, Tomatensoße dort. Gibt’s aber ständig. Protestaktionen? Fehlanzeige! Aus gutem Grund, wohlgemerkt. Kommt ja auch niemand auf die Idee, Kartoffelhungrige Leute wie mich aus Feindseligkeit zum Nudelrondell mit Erdäpfeln zu versorgen.

FSR Jura. Studieren das Gesetz und wollen sich “nichts vorschreiben lassen”. Alles klar.

LVZ spielt den Jack Russel in der Junkiejagd

8. April 2011 Keine Kommentare

Am 4. März hat der geschätzte Polizeipräsident von Leipzig, Horst Wawrzysnki, seine persönliche Kampagne gegen die Drogen- und Suchtpolitik der Stadt Leipzig eröffnet. Via Hausmedium LVZ ließ El Presidente unter anderem verlauten:

Die Drogenpolitik der Stadt locke immer mehr Abhängige aus dem Umfeld nach Leipzig, sagte der Polizeichef. „Betroffene gehen natürlich da hin, wo sie es leichter haben. Ich persönlich stehe auch dazu, dass sie Unterstützung brauchen. Es ist nur eine Frage, wie hoch und komfortabel die Hilfe ausgestattet ist.“

Als guter Einstieg in populistische Law-and-Order-Kampagnen eignet sich zudem, sich selbst als DIY-Sheriff zu inszenieren:

Dazu will der Polizeipräsident in den kommenden Monaten in den Stadtteilen auch selbst auf Streife gehen.

Das große ich-alleine-gegen-das-Böse setzt sich also fort, nachdem Wawrzynski bereits Silvesterabend und am 13. Februar mit dem Knüppel in der Hand allerlei Unholde in Schach gehalten hat.

Mal abgesehen davon, dass der Präsident offensichtlich mit falschen Zahlen hantiert, ist es schon beeindruckend, wie eingespielt er mittlerweile mit der LVZ ist. Die hat nämlich nicht nur im direkten Anschluss an das Eingangsstatement aus dem Palast dem Polizeirevier vielerlei Artikel und weitere Stellungnahmen abgedruckt, sondern setzt das bis heute fort. Ungewöhnlich für eine Zeitung, die sonst eher nur kurzlebige Kampagnen führt.

Ein Blick in die letzten 3 LVZ Ausgaben zeigt, dass kaum noch ein Tag vergeht, an dem das Thema keinen Artikel bekommt:

LVZ vom 8. April
Ermittlungserfolg
Rauschgiftfahnder fassen Heroindealer
Beamte der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift haben einen Heroindealer (39) festgenommen und rund 700 Gramm Heroin sichergestellt. [..]


LVZ vom 7. April
Polizei fasst Junkies beim Diebstahl
Polizeibeamte in Zivil haben in Schönefeld-Abtnauendorf zwei Drogenabhängige gefasst, die wieder einmal auf Diebestour waren. [..]

 

LVZ vom 6. April:
20 Handtaschen voller Opium
Schmuggel-Drehkreuz Flughafen: Zoll stellt seit Jahresbeginn 34 Kilogramm Rauschgift sicher
Es sind immer nur Stichproben. Und doch hat der Zoll am Flughafen Leipzig-Halle allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres schon wieder 34 Kilogramm Rauschgift sichergestellt. [..]