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Archiv für die Kategorie ‘> Sachsen’

Junge Welt marries the state

5. Januar 2012 2 Kommentare

Ein Cop (oder jemand anderes via dessen Computer) warnt Hausbesetzer in Berlin vor einer anstehenden Räumung. Die Junge Welt bekommt irgendwie Wind davon und verpfeift den Cop. Das ist nicht nur kein Quellenschutz sondern eiskalte Kollaboration gegen jene, die die Junge Welt vorgibt zu unterstützen. Vielleicht war der Cop oder das Haus aber auch “antideutsch”. Nachzulesen ist das ganze in der Berliner Zeitung.

Throwing Links at Cops

22. Dezember 2011 2 Kommentare

Aaahh. Ein Imagefilm der sächsischen Polizei. Hier das Video und darunter der Text. Mit einigen erklärenden Links natürlich. P.S.: Wer weitere, treffendere, bessere Links hat: bitte in die Comments.

Sachsen. In der Mitte Europas.

Ein Land voller Kultur, Hightec und Innovation. Drehscheibe zwischen Ost und West. Sachsen ist aufregend, modern und Heimat für 4 Millionen Menschen. Ihnen Schutz und Sicherheit zu garantieren darin sehen wir unseren Auftrag: Die Polizei Sachsen. Die Straße ist unser Revier. Als Partner für ihre Sicherheit sind wird unterwegs. Wir sind da, wenn Menschen in Not geraten oder einfach nur unseren Rat brauchen. Bei Wind und Wetter sind wir für Sie im Einsatz, fahren Streife, sind bei Unfällen zu Stelle, nehmen Verbrecher fest und prüfen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Die Zügel fest in der Hand halten. Manche Kollgen nehmen das wörtlich. Ein beständiges Training schweißt Mensch und Tiewr zusammen. Oberstes Ziel: stets die Nerven zu behalten. Hoch zu Ross können wir komplizierteste Situationen überblicken und mit den mächtigen Tieren Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. Den Kopf hinhalten, wenn andere den Kopf verlieren – auch das gehört zu unserem Job. Wir versuchen mit Präsenz jede noch so brenzlige Situation schnell unter Kontrolle zu bringen.  Das erfordert Mut und manchmal ganzen Körpereinsatz.
Nie die Übersicht verlieren, dafür sorgen die Kollegen von der Hubschrauberstaffel. In einer immer schnelleren Welt nehmen sie den kürzeren Weg. Wendig, agil und wenn es erforderlich ist: mit Punktlandung. Ob beim Koordinieren von Sport und Konzertevents, ob bei Stau und schweren Kollisionen oder beim Verfolgen mutmaßlicher Straftäter – wir werfen ein fliegendes Auge auf Recht und Ordnung und haben den kurzen Draht zu den Kollegen am Boden.
Sie haben den besten Riecher: unsere Drogen-, Schutz- und Spürhunde. Treu, zuverlässig, unersetzlich. Diensthunde, auf deren Freundschaft wir stolz sind. Ob bei der Suche nach Verschütteten oder der Fahnung nach Spreng- und Rauschmitteln – Hunde sind manchmal einfach die besseren Polizisten. Sachsen, ein Land des Wassers. Von der Elbe bis zu den neuen Seenlandschaften rund um Leipzig und in der Lausitz. Noch nie gab es so viele Aufgaben für unsere Wasserschutzpolizei, so viele Paddler, Touristen, internationaler Frachtverkehr. Besonders auf unserem größten Fluß, der Elbe: Hier dürfen wir nicht ins schwimmen kommen.
Die Spuren sichern. Das Faktische rekonstruieren. An Allem ist zu zweifeln. Und immer hübsch bei der Wahrheit bleiben – das sind die Prinzipien der Kriminalpolizei. In den Ermittlungsakten finden sich alle Facetten des Lebens.  Vom Trickbetrug bis zum Kapitalverbrechen: jeder Fall, jedes Opfer ist uns wichtig. Wir sammeln die Beweise, wir klären auf.
Und in dieser Zentrale gehen die Notrufe ein, sie ist die Schnittstelle für alle meine Kollegen – ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft. Von hier koordinieren wir alle unsere Einsätze. Nicht selten geht es hierbei um Leben oder Tod und stets um die Sicherheit und Ordnung für alle. Wir sind für Sie da. Wir wollen Ihnen ein echter Partner sein. – Nehmen Sie uns beim Wort. Stark im Team. Für ein starkes Land.
Ihre Polizei Sachsen.

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Kreisler im Zoo

23. November 2011 Keine Kommentare

Ich mag keine zu intelligenten
Frechen Türken oder farbigen Studenten
Denen geb ich *hup* einen Tritt
Denn ich bin ja nur die Frau Schmidt
[..]
Frau Schmidt braucht dazu kein Alibi
Die halbe Welt denkt so wie sie
Das deutsche Volk macht schon mit
Denn der Schnitt ist so wie Frau Schmidt
Georg Kreisler & Barbara Peters – Frau Schmidt

Georg Kreisler, der sich bis zuletzt weder mt Deutschland noch mit dem schlimmeren Deutschland auch nur ansatzweise angefreundet hat, ist gestorben. Das ist im Alter von 89 Jahren keine Ungewöhnlichkeit und auch nicht weiter schlimm, es gehört eben dazu. Aber wie es so ist, kommt jetzt die Zeit der Nachrufe, des in den Kisten wühlens und nochmal-auspackens. Manch einen mag es freuen, dass Kreisler jetzt für kurze Zeit ein Revival feiern kann. Enttäuscht müssen aber alle die sein, denen es nicht um Kreisler als “Person von öffentlichem Interesse” geht, sondern um das Werk Kreislers und den Gegenstand seines Spotts, seiner Kritik und trockener Verachtung. Dieses Gegenstände (bei Kreislers Rundumschlägen kann man da ruhig von “Gesamtscheiße” sprechen) sind seit Jahren gleichbleibend aktuell – das war jedoch in den letzten Jahren kein Grund für eine “Wiederentdeckung” Kreislers. Lediglich sein Tod als letztmöglicher konjunktureller Ausschlag seiner Person vermag jetzt nocheinmal Interesse zu wecken.

Dass sich dabei auch viele im virtuellen Kondolenzbuch wiederfinden werden, “gegen die der Liedermacher ansang”, wie Thomas Rothschild ind der ZEIT richtigerweise schreibt, hat damit zu tun, wie kritische Werke heutzutage auf ihr ästhetisches Gehalt reduziert werden. Wie das Wilde im Tiger im Zoo zwangsläufig fast niedlich und ungefährlich wird, so wird auch die künstlerische Kritik der Verhältnisse zu etwas, das man sich aus sicherer Distanz als Spektakel anschaut, aber niemals wirklich an sich heranlässt. Sehr schade.

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Karl Heinz Deutschland

21. November 2011 Keine Kommentare

Nachdem bekannt geworden ist, dass zahlreiche Mordfälle das Ergebnis des Handelns einer rechtsterroristischen Zelle (mit offensichtlich großem Unterstützungs- und Anhängerkreis) ist, schlagen die Wellen hoch. “Rechtsextremismus” (manchmal auch unter passenderem Namen) ist wieder einmal großes Thema. Irgendwie doof, dass es erst ein zusammenfallendes Kernkraftwerk, ermordete Menschen oder andere furchtbare Ereignisse braucht, damit das ihnen zugrundeliegende Problem überhaupt eine Chance hat, als Thema beachtet zu werden. Das kann man natürlich auch völlig falsch machen und die gesellschaftlichen Bedingungen und ideologischen Konstanten einfach beiseite schieben. Rechtsterrorismus ist wie “Rechtsextremismus” dann nur noch ein Sicherheitsproblem. Die Junge Union (die in Sachsen übrigens immernoch den Namenszusatz “Sachsen und Niederschlesien” führt) spricht von einem “extremistischen Milieu” als Ausgangspunkt und ist sich nicht zu schade von einer “allgemeinen Gefährdung unseres Rechtsstaates von rechts wie von links” zu faseln. Der Rechtsstaat ist aus Sicht der Jungen Union offensichtlich das eigentliche Opfer der Morde wie auch das eigentliche Problem “der Extremismus” wäre.
Der Postillon “zitierte” in diesem Zusammenhang treffend Kristina Schröder, die seit langem die Arbeit antifaschistischer und zivilgesellschaftlicher Initiativen erschwert: “Wer konnte ahnen, dass unter Nazis Ausländerfeindlichkeit verbreitet ist? Ich jedenfalls habe noch nie von diesem Phänomen gehört, aber das scheint so etwas ähnliches zu sein wie die Deutschenfeindlichkeit, vor der ich seit Jahren warne, – nur gegen Ausländer.”

Die Leipziger Nazis kündigen unterdessen eine Veranstaltung mit dem Rechtsterroristen Karl-Heinz Hoffmann an – und die Kampagne Fence Off! folgerichtig eine erneute Demo gegen das Nazizentrum, das vermutlich Veranstaltungsort für die Auslassungen des Rechtsterroristen sein wird. Start der Demo ist Samstag 15:30 Uhr am Naturkundemuseum.

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“Nationalsozialistische Ersatzorganisation”

7. November 2011 2 Kommentare

Der Landesvorstand der JN in Sachsen ist komplett mit revolutionären Kräften besetzt, die auf Linie sind, der Landesführer ist einer von uns und die Ausrichtung der JN wird kontinuierlich in Richtung “NS-Ersatzorganisation” vorangetrieben (natürlich nicht offiziell).
Aus den Leaks des Forums des Freien Netzes

Na da wird es aber ganz schön rund gehen bei den Jungnazis aus Sachsen. Das antifaschistische Infomagazin gamma aus Leipzig hat nämlich Einblick in ein Forum diverser Nazikader des Freien Netzes bekommen. Nicht nur, dass völlig unverblümt der Nationalsozialismus (“und Gewalt abgefeiert werden – auch über das Verhältnis zur NPD und der JN (NPD-Jugendorganisation) wird fleißig diskutiert. Und weil es so schön deutlich gesagt wird, was die Jungkader vom Freien Netz von Holger Apfel und anderen NPD (nahen) Leuten halten (Zitat: “Menschenmüll”), wird es sicherlich gut rappeln bei der NPD. Und Holger Apfels Plan, Udo Voigt auch mit Hilfe der JN-Leute als Bundesvorsitzenden abzulösen dürfte jetzt unter einem ganz anderen Stern stehen. Wer sich selbst einen Überblick verschaffen will, schaue einfach mal auf der Website des gamma vorbei, wo die ganzen Daten hübsch aufbereitet worden sind.

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Die 6 Peinlichkeiten vom Programmparteitag der LINKEN

24. Oktober 2011 Keine Kommentare

Am Wochenende hat sich DIE LINKE in Erfurt zum Programmparteitag getroffen. Das Programm wurde jetzt als Vorlage beschlossen und muss noch von den rund 70.000 Mitgliedern in einer Urabstimmung bestätigt oder abgelehnt werden. Mal abgesehen davon, dass “die anderen” natürlich nicht besser (nein, sogar wirklich deutlich schlimmer) sind und DIE LINKE nach wie vor die sympathischste unter den Parteien ist (wenn auch mal mehr, mal weniger), gab es diverse Peinlichkeiten:

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Is o zapft?

10. Oktober 2011 Keine Kommentare

(via Humanistische Union)

Die jetzt veröffentlichte Version des Online-Trojaners ist ausschließlich auf Rechnern mit einem 32bit-Betriebssystem der Firma Microsoft¹ (Windows XP, Vista) lauffähig. Um zu prüfen, ob sich auf Ihrem Rechner eine Version des Online-Trojaners befindet, schauen Sie bitte nach, ob folgende beiden Komponenten auf Ihrem Rechner vorhanden sind (die bei einer Infektion installiert werden):

  • die Datei c:\windows\system32\mfc42ul.dll
  • ein Windows-Kernel-Modul namens winsys32.sys (das einschlägige Task-/Systemmanager anzeigen).

Sollte sich ein Verdacht auf eine Infiltration ergeben, empfehlen wir Ihnen, sich mit dem Chaos Computer Club in Verbindung zu setzen (0zapftis (at) ccc.de)² – die KollegInnen freuen sich über weitere Untersuchungsexemplare des Schädlings.

¹ lol1
² lol2

London: “not bad people” vs. “a bunch of idiots”

9. August 2011 2 Kommentare

„Yes,“ said the young man. „You wouldn‘t be talking to me now if we didn‘t riot, would you?“

von msnbc worldblog | via dishwasher

Plünderungen und brennende Gebäude, keine Demonstration, keine Pressesprecher, keine organisierte politische Gruppe. Warum ist dies so? To make it simple: diese Menschen haben keine politischen Repräsentanten, kaum jemand kümmert sich um sie, sie sind der Regierung scheissegal.

von huschhusch

a bunch of dumb kids who want to steal iphones & expensive watches – and beat up and burn local community shops etc.

Userkommentar auf YouTube, White Riot von The Clash.

What began as a group of people rightfully seeking an explanation from the police about the death of a community member has evolved into a group of people being malignant without motive, actively destroying the communities to which they belong.

guardian Kommentar

The truth is that discontent has been simmering among Britain’s urban poor for years, and few have paid attention. Social activists say one out of two children in Tottenham live in poverty. It’s one of the poorest areas of Britain. Britain’s worst riots in decades took place here in 1985. A policeman was hacked to death. After these riots, the same young man pointed out, “They built us a swimming pool.”

von msnbc worldblog

Remember, most of these kids looting ARE just opportunists. It’s only the really violent ones smashing the windows, the rest just go in after them and take what they can. I have faith in humanity and I don’t think that most of these kids are bad people. I really don’t. They are the lost ones, neglected and marginalized, in many cases without the basic education to understand that there are better ways to go about life.

von birmhinghamriots

Nochmal: BRAVO verharmlost Vergewaltigungen

28. Juli 2011 2 Kommentare

Die BRAVO, noch immer die größte Jugendzeitschrift in Deutschland (mit knapp 400.000er Auflage), hat eine Foto-Lovestory (laut Angaben eines Verlagssprechers von 2006) auf die Website gestellt (Link), in der Vergewaltigung verharmlost wird. Das habe ich zunächst über einen Link eines großen Social Networks mitbekommen, dann bei maedchenmannschaft.net sowie der BRAVO selbst nachgelesen und bei den Linkposts veröffentlicht. Jetzt gibt’s auch eine Spiegel Online Meldung dazu. Bevor es dazu mehr gibt, nocheinmal die Zusammenfassung, worum es in der VergewaltigungsLovestory geht:

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Nicht alle Wege führen nach Oslo

26. Juli 2011 Keine Kommentare

Es gibt Leute, die immer wieder darauf insistieren, dass es einen Unterschied zwischen Islam und Islamismus, zwischen Muslimen und Djihadismus gibt. Das zu sagen ist auch richtig. Nicht zuletzt deshalb, weil das eine nicht nur nicht zum anderen führt, sondern tatsächlich etwas anderes ist, als das, mit dem es etwas zu tun hat und in einer gewissen Beziehung auch zusammenhängt. Dieser Hinweis wäre sicherlich auch wieder von Sahra Wagenknecht gekommen, hätte es sich in Oslo um einen Mehrfachmord mit igendwie islamistischen Hintergrund gehandelt. Hat es sich aber nicht.

Also meint Wagenknecht:

Der Bodensatz dafür wird durch Rechtspopulismus bereitet, der die Spaltung in der Gesellschaft immer weiter vorantreibt. Es ist kein Zufall, dass sich der Attentäter von Norwegen auch mit den Positionen von Sarrazin und Co. befasst hat.

Da wird’s dann wieder klar. Aufeinmal führt das eine irgendwie schon fast automatisch zum anderen. Dass es “kein Zufall ist”, dass sich der Täter des Verbrechens von Oslo mit “Sarrazin und Co. befasst” hat, sei klar. Dass es in Wagenknechts Statement so klingt, als hätte Sarrazin an Oslo eine gewisse Mitschuld, ist sicherlich auch kein Zufall.

Wagenknecht steht allerdings nicht einmal ansatzweise alleine da. An vielen Stellen wird geredet von der “in letzter Konsequenz” fast logischen Zuspitzung der rechtspopulistischen Theoreme usw., die dann in solch einer Tat münden müssten.

Das jedoch ist eine (vor allem zu diesem Zeitpunkt) wenig hilfreiche Analyse dessen, was in Oslo passiert ist. Unter anderem, weil es die für diese Tat spezifisch[!] notwendige (jemand schießt dutzenden Menschen geplant und in aller Ruhe einfach in den Kopf!) psychologische Konstituierung des Täters weitgehend außen vor lässt. Man muss in keiner Weise Sarrazins Gruselstories Glauben schenken, um zu merken, dass diese etwas ganz anderes sind, als das, was da stattgefunden hat.

Das ideologische Fundament, auf das Breivik sich beruft, ist zwar zusammengebaut aus dem, was man in europäischen Gesellschaften so findet, aber eben keineswegs ein “fertiger Sprengsatz”. Da (bei Breivik) finden sich antimuslimische Ressentiments, Xenophobie, Versatzstücke christlichem Fundamentalismus, Antikommunismus und vieles mehr. Tempelritterorden und Freimaurer finden ebenso ihren Platz wie Liberale und Kulturmarxisten. So wenig man aber den Dünger, den Breivik für seine Bombe verwendet hat, für den Mehrfachmord verantwortlich machen kann, kann man die Erklärung dieser Tat mit einzelnen Versatzstücken von Breiviks Wahnbild erklären oder herleiten. Das macht diese Versatzstücke keineswegs vertretbar oder ungefährlich, nur soll man bitte aufpassen, wie man nach einer solchen Tat die Kausalketten konstruiert. “Sarrazin und Co.” verdienen durchaus Kritik – aber nicht wegen Oslo.