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0.4%

Am Samstag gab’s neben dem Slutwalk (was ist denn nun die “offizielle Website”, die hier oder die hier?)  und dem Großen Abend der Verschwörungstheorien auch die Kundgebung von Acampada Leipzig (was ist denn nun der richtige Titel? Acampada Leipzig oder Echte Demokratie jetzt! Leipzig oder Occupy Leipzig oder…) auf dem Augustusplatz, bei der wohl bis zu 2.000 Menschen teilgenommen haben. Dabei waren wohl neben Passanten, Einzelpersonen und den Organisierenden auch zahlreiche Spinnergruppen vertreten: MLPD, Hare Krishna, Initiative für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und mehr. Aber ich meine ja fast, dass das abzusehen war.

Angesichts der omnipräsenten wir 99% gegen die anderen 1% (“die Banker”, “die Politiker”, “die da oben”, “die Medien” und andere Bösewichte) Rhetorik vor Ort, die sich auch in einer Menschenkette wiederspiegeln sollte, darf man sich allerdings ruhig der Spiegel-online Überschrift von Sonntag anschließen, in der es lapidar hieß: 99% blieben zu Hause.


Bild von den 0.4% der 99% in Leipzig. Bild von Acampada Leipzig

Überhaupt kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Leute sich selbst nicht sicher sind, ob sie Politik oder Anti-Politik betreiben wollen, ob diese Form der Selbstorganisation das repräsentative Modell überwinden soll oder es eben nur darum geht, dass “die Politiker” als Dienstleister wieder ein bisschen zuhören sollen. Vielleicht ist das auch alles egal, weil irgendwie ist man “Bewegung”, “Protest”, was ganz neues und großes (gar: globales) und das allein ist schon geil genug. Mal schauen, wie’s weitergeht, denn ab jetzt will man sich jeden Montag zur Kundgebung/zum Aerobic treffen.

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