Die Stadt fragt und ‘de Ausländer sind…
Dass Umfragen immer irgendwie suggestiv sind – geschenkt. Aber was die Stadt Leipzig da an 22.000 Leute rausgeschickt hat, um “Meinungen und Vorstellungen zu verschiedenen aktuellen planungsrelevanten Themen” einzuholen, ist schon unfassbar. Eines dieser “planungsrelevanten Themen” in Leipzig sind anscheinend “Ausländer”, zu “denen” (in mindestens einer der vier Versionen) folgende Thesen vorliegen:
a) Die Leipzig lebenden Ausländer sind eine kulturelle Bereicherung der Stadt.
b) Durch die Ausländer in Leipzig fühlt man sich zunehmend als Fremder in seiner Stadt.
c) Ausländer nehmen die Arbeitsplätze in Leipzig weg.
d) Die Ausländer sollten ihren Lebensstil an den der Deutschen anpassen.
e) Die Ausländer machen die Arbeit, die die Deutschen nicht erledigen wollen.
f) Man sollte den Ausländern jede politische Betätigung in Deutschland untersagen
Die Antwortmöglichkeiten reichen dann zu jeder einzelnen Aussage von “Ich stimme voll und ganz zu” bis zu “Ich stimme überhaupt nicht zu”. Ich meine man kann soetwas mit einem spezifischen Forschungsthema mit (mindestens halbwegs) guter Fachkenntnis möglicherweise durchaus fragen, aber was für ein “ergebnisoffenes Ergebnis” erwartet sich die Stadtverwaltung bei ihrer allgemeinen Bürgerumfrage? Und wie zur Hölle soll das dann zu Konsequenzen führen? Naja, man ahnt es schon: Die Leipziger sind fremdenfeindlich, also gibt’s zu viele Ausländer. Gab’s ja schoneinmal.
Die Antwortmöglichkeiten
g) Die Stadtverwaltung ist offensichtlich total bescheuert
h) Die gestellte(n) Frage(n) ebenfalls
i) Ich entscheide mich bei h) für das (n)
gibt es übrigens leider nicht.



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