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Polizei Leipzig: herausragend substanzlos

Wie zu erwarten hat sich auch die dritte “Komplexkontrolle” der Polizei fast nichts zu Tage gebracht, außer den erneuten Beweis ihres eigenen Unvermögens. Beim Einsatz selbst bot sich ein ähnliches Bild wie letztes mal: Mehrere Hundertschaften waren im Einsatz  und haben etwas mehr als 800 Personenkontrollen durchgeführt. “Gezielt wurden Straßen und Plätze im Rauschgiftmilieu aufgesucht, um hier mit konzentrierten Aktionen die Anbieterszene zu verdrängen”, schreibt die Polizei. Von der eher unpassenden Verwendung des Begriffes “Milieu” mal abgesehen, muss man sich ernsthaft fragen, ob die Cops allen ernstes selber glauben, sie könnten “die Anbieterszene” auch nur ansatzweise “verdängen”, indem sie die Kontrollen an Stadtweit bekannten Konsumorten durchführen, also genau dort, wo sich ein halbwegs fitter Dealer niemals blicken lassen würde. Da wundert es auch nicht, dass abermals alle Ermittlungsverfahren wegen “des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz” (an der Zahl 31) gegen bereits dahingehend hinlänglich bekannte Personen eingeleitet worden sind. These: Bei allen 31 Personen handelt es sich vorrangig um Leute, denen man ihre paar halben Gramm Irgendwas für den Eigenkonsum abgenommen hat. Das verkauft die Polizei in ihrer Pressemitteilung allen Ernstes auch diesmal wieder als “herausragend”.


Übersicht über die “Komplexkontrollen” Juni bis August 2011

Weitere Erfolgsmeldungen der Polizei, die auch in deren Pressemitteilung extra Erwähnung finden, sind die Sicherstellung einer “ca. fünf cm große schwarze Dose” (Tipp für die Polizei: es könnte sich um eine sogenannte “Filmdose” gehandelt haben) mit “betäubungsmittelähnlichen Substanzen” (in diesem Fall wohl Cannabis) sowie die Aufdeckung einer “Indoor-Plantage mit 13 Pflanzen”. Da fand ich die heldenhafte Hühnerbefreiung im Juni ehrlichgesagt wichtiger.

Wer zwei und drei zusammenzählen kann, weiss übrigens, wo man sich im September bis zur Komplexkontrolle mit “betäubungsmittelähnlichen Substanzen” (ausgenommen: Medizin, Bier, Schnaps, Kippen…) nicht aufhalten sollte: Am Hauptbahnhof, am Herderplatz, auf der Eisenbahnstraße und am Köhlerplatz. Und wer nebenbei noch etwas Langeweile totschlagen will und um die letzten Komplexkontrollen herumgekommen ist, kann sich jetzt sogar als Hilfssheriff bewerben, denn es sind “freie Stellen in der Sächsischen Sicherheitswacht zu besetzen”.